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Pressestimmen, Rezensionen und Leser:innenstimmen 

Rezension von Frank Jöricke: Neues Deutschland, Ausgabe vom 9.11.2022

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Vor allem die Beschreibungen einer Westberliner WG-Kindheit in den 80er Jahren bieten reichlich Erkenntnisgewinn. Man vergisst ja immer, dass das öffentliche Bild gesellschaftlicher Bewegungen durch ihre Leitfiguren geprägt wird. Das waren einst Rudi Dutschke und Alice Schwarzer und sind heute Greta Thunberg und Luisa Neubauer. Dabei übersieht man, dass sich hinter solchen Schlüsselpersonen eben nicht nur überzeugte Aktivisten tummeln, sondern auch ein Vielfaches an Mitläufern. ...

Das Gefühl, Teil einer machtvollen Bewegung zu sein, führt dabei schon mal zur Überschätzung der eigenen Bedeutung. In einem Brief an ihren erwachsenen Sohn entschuldigt Dagmar ihr Versagen als Mutter mit dem Verweis auf ihre historische Wichtigkeit: »Als Du klein warst, mussten wir ja alles neu erfinden, den Feminismus, die Umweltbewegung, die Anti-Atomkraft-Bewegung. Wir waren damit sehr beschäftigt und natürlich mit unserer Selbstverwirklichung.

Vor allem mit Letzterer. Meisterhaft präsentiert »Skiff«, wie die Selbstverwirklichung im Katzenjammer endet. Auch das ist eine Wahrheit, die man in den nostalgiegetränkten »So wie wir waren«-Rückblicken in der Regel nicht findet: Dass viele Revoluzzer von dem ach so progressiven Leben schlicht überfordert waren. Nüchtern konstatiert Henriette Kraier: »Seine Mutter war fertig mit den Nerven, tags Uni, nachts Kneipenjob, immer Liebeskummer und dann das ständige Straßenkampfchaos. (…) Eine Krise jagte die nächste.« Erst Jahrzehnte später wird Dagmar bewusst: »Auch wir waren manipuliert und haben den Zeitgeist nicht selbst bestimmt.«


Leser:innen zu "Skiff"

In den 80-ziger Jahren, inmitten des von Westdeutschland isolierten Westberlin, erlebt Bruno eine für ihn wenig tragfähige und beschützende Kindheit. Seine Mutter und die Menschen, mit denen er in einer WG aufwächst, sind nicht in der Lage in ihm eine zukunftsorientierte Lebensperspektive reifen zu lassen.
Immer wieder erlebt er sich als ein „Skiff“, ein in einem Ruderboot sitzender Akteur, der durch vielfältige unglückliche Ereignisse innerhalb seines Lebens nach neuer Orientierung sucht.
Der Autorin ist mit ‚Skiff‘ ein kurzweiliger, unterhaltsamer Roman gelungen, der - aus der heutigen Gegenwart betrachte - sowohl den Wandel der Zeitgeschichte, aber auch die damit verbundenen gesellschaftlich veränderten Einstellungen aufleben lässt. (Eva Marie M.)

Leser:innen zu "Im Parteiensumpf"

Wer einmal einen Einblick in die Tiefen und Untiefen einer Partei gewinnen möchte, der ist mit Luchtens Buch richtig beraten. Luchten gelingt in ihre Hauptfigur einzutauchen und seine Sicht authentisch zu erzählen. ... Der Roman weist Abgründe in den modernen Parteistrukturen auf, die für niemanden hinnehmbar wären. Abgeordnete, die sich dafür verbürgen, sich für mehr Demokratie einzusetzen, erweisen sich bei ihrer Betrachtung als Autokraten, die lediglich auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Wer ein Beispiel, für das sucht, wie Politik und allgemein das menschliche Miteinander nicht funktionieren dürfen, der ist mit diesem Roman goldrichtig. (Anonyme Amazon-Rezension zur Erstausgabe 2012)

Ein Buch darüber, wie in einer kleinen Partei, in einem kleinen Ort ein paar Leute die Partei durch Intrigen und Mobbing dominieren. Dagegen steht ein einzelner oft naiver Mensch der an das Gute glaubt, der sich engagieren will und nicht merkt, dass er in dieser Partei nicht gewollt ist. Als er dagegen ankämpft und sich positioniert, gerät er in einen Strudel von Gemeinheiten, kleinkriminellen Attentaten und furchtbaren Verdächtigungen. ... Ein Buch was Einsteiger in die Politik desillusionieren könnte, aber gerade deswegen unbedingt zu lesen ist! (Anonyme Amazon-Rezension zur Erstausgabe)


Pressestimmen zu "100 Jahre St. Helena-Schule Trier"

Artikel von Katja Bernardy im Trierischen Volksfreund vom 14.11.2022 hier ganz lesen
Pünktlich zum Jubiläum der Fachschule, 2021, war das Buch fertig, doch die Pandemie war noch nicht überwunden. Das Jubiläum fiel flach, der Turm an Kisten mit Büchern blieb hoch. Dabei lohnt der Blick in die fast 400 Seiten: Denn drei Jahre lang waren Verbeek und Fleck detektivisch unterwegs. Sie haben Akten, Konferenzprotokolle, Zeugnisse, Fotos und eine handschriftliche Chronik aus den 1940er bis 1971er Jahren aufgespürt, um nur einige ihrer vielen Quellen zu nennen. In ihrem Buch geht es um die Geschichte einer Fachschule und um die einer Berufsgruppe, die Generationen in Trier und der Region geprägt hat, um die der Erzieherinnen und Erzieher. Dabei sind sie auf eine Vergangenheit gestoßen, die unter anderem zeigt, was das Engagement einzelner Menschen bewegen kann.